Willkommen zu einer Folge, die unseren Hauptdarstellerdarsteller an den Rand seiner Schauspielerischen Leistungen(?) bringt! Doch wie kam es dazu? Nun, dazu müssen wir am Anfang beginnen: Alles fing an mit einem großen Knall! Denn irgendwer hatte sich gedacht, dass es eine supi-Idee wäre, einen Rettungstrupp loszuschicken, um einen Rettungstrupp zu retten, der einen Angriffstrupp retten sollte. Klingt konfus? Willkommen bei den Space-Marines! Das Ergebnis dieses durchdachten Plans sehen wir in einer stimmungsvollen Eingangsmontage, in der der klägliche Rest des 58ten an Bord der Saratoga gebracht wird. Der im Prinzip aus einigen Leichen und Nathan West besteht, dem als erstes, vermutlich ob des schröcklichen Anblickes, die Augen abgeklebt werden.

„Wie viele Lichter sehen Sie?“ – „Seeeehr witzig, Gul Metzger!“
Warum wir uns in dieser Situation befinden, müssen wir uns gemeinsam mit den Protagonisten nach und nach in Form von gut inszenierten Flashbacks erarbeiten. Wir erfahren: Die Rettungsmission ging „wider Erwarten“ in die Hose und der Rettungstrupp fand eine Falle der Chigs vor, die schemenhaft im Hintergrund herumballern und zur abstrakten Gefahr werden. Allerdings haben sie vorher noch einige Gemeinheiten eingeleitet, wie den verwundeten Soldaten die Schnürsenkel zusammen- oder eine Mine auf die Brust zu binden.
In der Gegenwart erfährt West nun, dass das komplette 58te auf der Mission getötet wurde, man hat sogar ihre Leichen gefunden. Und wir kaufen das als erfahrene TV-Gucker keinen Augenblick. Übrigens genauso wenig wie West und das Trotz der Minisdisk-Aufnahme seines eigenen Funkspruches. Man *könnte* jetzt TC McQueen darüber philosophieren lassen, dass er nach den „Angry Angels“ nun seine nächste Truppe verloren hat, aber das wird in einem Nebensatz abgehandelt, denn schließlich pusten sich die Särge ja nicht alleine ins All und der Bordpfarrer darf seine erste von zwei Beerdigungen in einer Folge durchführen. Vermutlich wird man als Militärpfarrer eher selten Hochzeitspaare trauen. West traut dem Braten allerdings kein Stück und beharrt darauf, dass seine Kamerad:innen noch leben und darauf warten, dass das nächste Rettungsteam losgeschickt wird um das Team zu retten, das geschickt wurde, um das Rettungsteam zu retten.

Der gute West-Darsteller-Darsteller kommt an die Grenzen seiner schauspielerischen Fähigkeiten
Die professionelle Diagnose des Bordmetzgers…äh..Arztes lautet: „Der hat nen Knall“ und während wir uns gerade fragen, ob es nicht auch sinnvoll wäre, jemanden, der ein Massaker überlebt und (vermeintlich) alle seine Freunde verloren hat, auch mal eine psychologische Betreuung zur Seite zu stellen, hat Doktor Unsensibel auch schon die Lösung: Lobotomie! Wir erfahren (auch wieder in ein paar Nebensätzen) im Brustton der Überheblichkeit, dass die Medizin im Jahr 2063 ja inzwischen deutlich weiter ist, als im primitiven ausgehenden 20. Jahrhundert und alle psychischen Probleme einfach weggeschnibbelt werden können. Die Krankenkasse freuts, weil keine jahrelangen kostenaufwendigen Behandlungen. Ein Schipp, und weg ist die Depression. Na gut, ist eben mit ein bißchen Gedächtnisverlust und Persönlichkeitsveränderungen verbunden, aber wo gemetzelt wird, fallen Hirnwindungen. Die Entscheidung über den Eingriff trifft natürlich der unmittelbare Dienstvorgesetzte und nicht die Familie auf der Erde. Wär ja noch schöner. Im Grunde also konsequent zu Ende gedachte Gesundheitspolitik von Afdpcsu. Denn das ganze findet natürlich auch ohne Betäubung, aber unter Einsatz von Elektroschocktherapie statt. Früher ™ hätte man mit diesem ethischen Dilemma eine ganze Folge TNG gefüllt. McQueen hat mit der Hirn-OP ganz schöne Bauschmerzen und in die Knie geht es auch, denn die einzige Möglichkeit mit West zu sprechen, ist offenbar von unter dem OP-Tisch. Klingt bescheuert, sieht aber stylisch aus.

West ist sooo leicht, der schwimmt sogar in Ersatzflüssigkeit!
West kann im letzten Augenblick durch erwähnen seiner toten Freundin McQueen davon überzeugen, dass er die Wahrheit spricht und ein Rettungstrupp losgeschickt wird, um…ach Ihr kennt den Trick. Apropos Trick: Wir erfahren nun, dass man die Chicks ausgetrickst hat. Nämlich indem man den Leichen die eigenen Uniformen angezogen hat, weil Chiggs nämlich Namensschilder lesen. West hat sich wieder mal dämlich angestellt, ist über eine Leiche gestolpert und muss auf dienstliche Anweisung hin dort liegen bleiben (daher der Folgentitel). Was genau da der Plan war und warum er aufging und das 58te dadurch überlebt hat? Das haben wir ehrlich gesagt auch nicht verstanden, aber das ist ja auch egal, denn der Rest vom Trupp ist am Ende mit West wiedervereint und man trifft sich zur nächsten Beerdigung. Um zwischendurch noch festzustellen, dass man in den letzten drei Tagen die Betten schon für die nächsten Schießbudenfiguren vorbereitet hat.

Bringt Eure Toten raus! Wir brauchen Platz für die neuen zukünftigen Leichen.
Diese Folge hat sooo viel zwischen den Zeilen und vielleicht ist es sogar besser, dass es nicht zu Tode (höhö) diskutiert wurde, sondern die eigenen Gedanken anregt und so kommen wir ins philosophieren über die Medizin und die dystopiosche Gesellschaft im Jahr 2063.
- Die Folge im Space-Wiki
- Alex Podcast: Sprunghaft – der „Quantum Leap“-Podcast
- Kauft den „Schulze“
- Was für die ganze Hand. Der Palm:
- War für manche die Zukunft: MiniDisc






























