Wer hört die Hörenden?Wer hört die Hörenden?

Pssssst….jetzt seid mal alle ganz leise. Denn wir müssen sparen. An Dialog. In Zeiten, als Gimmick-Episoden noch nicht der heiße Scheiß war und wenn, dann überhaupt erst in der letzten Staffel zu finden waren, wartet „Space“ damit schon gleich Mitte der ersten Staffel auf, die (zugegeben) auch gleich die letzte Staffel der Serie war. Aber damit konnte damals(tm) noch niemand rechnen.

Wir werden nach einer nachträglich auf Wunsch des Senders eilig hinzugefügten Kurzeinführung in das Serienkonzept wortwörtlich ins kalte Wasser geschmissen: Coop, der zwischenzeitlich beim Bordfriseur war, taucht mit einem noch Namenlosen Kompagnon aus einem See auf einem von Chiggs besetzten Planeten auf. Sein Begeleiter segnet kurz darauf das Zeitliche und Coop kann wortwörtlich der Hinrichtung im letzten Moment von der Schippe springen. Nun begleiten wir Coop im Wesentlichen dabei, wie er sich gegen eine Übermacht an Chiggs und um das eigene Überleben kämpft. HIn und wieser muss er auf einer herrlich 90er-Jahre anmutenden Taschenrechner nachgucken, ob vielleicht doch die Rettungsmission kommt.

Wunder der Technik: Das Gerät hat nur Nummerntasten, aber man kann Text eingeben. Gut, wer noch T9 kann! Es würde allerdings helfen, wenn man auf einem feindlichen Planeten die Tastentöne abschalten kann.

Wunder der Technik: Das Gerät hat nur Nummerntasten, aber man kann Text eingeben. Gut, wer noch T9 kann! Es würde allerdings helfen, wenn man auf einem feindlichen Planeten die Tastentöne abschalten kann.

Und während er so über den Planeten stolpert, einen Chigg nach dem anderen dezimiert, so langsam seine Munition ausgeht, versucht er zunächst, Saschas güldene Regel zu befolgen und sich eine Waffe des Gegners zu schnappen. Was sagen wir nur suboptimal funktioniert. Warum er dann auf die Idee kommt, sich einen gegnerischen Helm auf den Kopf zu pflanzen, kommt uns nicht so richtig in den Kopf und sorgt für unfreiwillige Komik. Hier ist die Szene von Nachwuchsschauspieler Rowan A. nachgestellt:

Wir erfahren hier mehr über die Adoleszenz von Invitros, die als erstes eine Diashow vorgesetzt bekommen, in der wir nicht nur über die verschiedenen Arten lernen, einen Menschen zu töten, sondern auch, dass Amerika die Invitros liebt. Solange die auch schön Dissidenten, Terroristen und sonstige unliebsame Typen aus der Welt schaffen. Und unser Verdacht, dass die Zukunft des Jahres 2063 gar nicht mal so rosig, sondern eher konsequent den momentanen Weg in die Dystopie weitergezeichtet ist, bestätigt sich wieder einmal. Stell sich allerdings raus: Der Junge Coop hat eigene Gedanken. Und das sehen die Aufseher gar nicht so gerne. Coop kann der eigenen Auslöschung allerdings so gerade noch entkommen und wir sehen eine weitere Rückblende, die erklärt, wie und warum unser Lieblingstank auf den Planeten gekommen ist. Ein unschlagbarer Deal: Mitkommen, mitspielen und eine ehrenhafte Entlassung aus dem Armeedienst. Wir erinnern uns: Eigentlich wollte Coop ja gar nicht zu den Space Marines, sondern wurde gerichtlich dazu verdonnert.

„Hören Sie zu Hawks! Beim Friseur waren Sie schon, Sie Hippie! Sie sollten sich jetzt noch so einen coolen Schnauz wachsen lassen, wie ich. Das ist mein Glückschnauz! Damit bin ich noch immer lebend von jedem Einsatz zurückgekommen. Und ich bin mir sicher, ich werde bestimmt nicht nur für diese eine Folge bezahlt. Oder??!“

Wir erinnern uns auch: In den ersten Minuten der Folge wurde Coop am Kopf getroffen. Liegt es daran, an der Gesamtsituation oder an beidem, dass er sich eine seltsame Gestalt einbildet, die ihm wahlweise das Leben rettet oder nach dem selbigen trachtet.

Tatsächlich berichten einige wirkliche Soldaten von ähnlichen Erscheinungen in Nahtod-Momenten

Am Ende landet der rettende Transporter in der Ferne, Coop macht sich auf den Weg dahin und taucht ein letztes Mal ab. Zirkelschluss zum Anfang der Folge. Allerdings nicht, ohne vorher seine verdiente Entlassungsurkunde zu zerreissen, denn er hat seine Familie gefunden: Das 58te.

Und was finden wir? Toll! Sascha und Gregor hatten die Szenen in der Invitro-Akademie deutlich ausführlicher in Erinnerung. In der Realität sind sie kürzer, als erwartet. Und trotzdem nicht zu kurz. Sie erfüllen genau ihren Zweck. Die wenigen Sequenzen reichen, um sich eigene Gedanken zu machen. Und auf dem Planeten wird halt nix gesagt, dafür viel gezeigt. Und wir möchten diese Folge gerne Chris Chibball zeigen. Der Mann von Captain Janeway schafft es, die Beklemmung perfekt in Szene zu setzen und wie gut diese Folge ist, zeigt ja, dass wir länger als sonst über eine Episode reden, die fast komplett ohne Dialog auskommt und trotzdem so viel Anreiz zum Reden bietet. In Fankreisen gilt sie als eine der besten der Serie. Und tatsächlich war der junge Sascha damals(tm) ziemlich geflasht, dass eine als „Top Gun im Weltraum“ verschrieene Serie plötzlich mit SO WAS um die Ecke kommt. Folgen, die zum Denken anregen! In einer Kriegsserie.

Entsprechend hoch fallen unsere Wertungen aus:
Mary + Sascha 7 Staffeln
Gregor 6 Staffeln

 

Rücksturz zur SaratogaRücksturz zur Saratoga

„Stern überm Procyon-System zeig uns den Weeeeg“

Ja, liebe Freundinnen und Freunde der gepflegten Weltraumaction, wir wünschen Euch

Frohe Space-Weihnacht!

Und das mitten im Sommer, wir hätten es nicht besser timen können. Aber es ist alles da, was es braucht: Die seelige Jungfrau (Wang), Zimmermanns Jupp (McQueen) und natürlich den Stern. In Form eines Komets.

Und am Ende tanzen alle unterm Baum und der Chef freut sich, dass er in diesem Jahr reich beschenkt wurde, nämlich durch die erstaunlichen Überlebensfähigkeit des 58ten.

Wir *könnten* noch mehr schreiben zu dieser Folge, doch leider kann sich der Teil des Castes, der für die Shownotes verantwortlich ist, so gar nicht an diese Folge erinnern. Also lauschen wir doch einfach Maria und Josef…äh…Mary und Gregor bei der Besprechung der Episode.

Und die scheint gar nicht mal soooo schlecht abgeschnitten zu haben, wenn man sich die Wertung anschaut:

Mary: 5 Staffeln
Gregor: 4 Staffeln

Und das könntest Du Dir noch anschauen:

Und nun Ho!Ho!Ho! Auf ins All!

Schuster, bleib bei Deinen Leichen!Schuster, bleib bei Deinen Leichen!

Willkommen zu einer Folge, die unseren Hauptdarstellerdarsteller an den Rand seiner Schauspielerischen Leistungen(?) bringt! Doch wie kam es dazu? Nun, dazu müssen wir am Anfang beginnen: Alles fing an mit einem großen Knall! Denn irgendwer hatte sich gedacht, dass es eine supi-Idee wäre, einen Rettungstrupp loszuschicken, um einen Rettungstrupp zu retten, der einen Angriffstrupp retten sollte. Klingt konfus? Willkommen bei den Space-Marines! Das Ergebnis dieses durchdachten Plans sehen wir in einer stimmungsvollen Eingangsmontage, in der der klägliche Rest des 58ten an Bord der Saratoga gebracht wird. Der im Prinzip aus einigen Leichen und Nathan West besteht, dem als erstes, vermutlich ob des schröcklichen Anblickes, die Augen abgeklebt werden.

„Wie viele Lichter sehen Sie?“ – „Seeeehr witzig, Gul Metzger!“

Warum wir uns in dieser Situation befinden, müssen wir uns gemeinsam mit den Protagonisten nach und nach in Form von gut inszenierten Flashbacks erarbeiten. Wir erfahren: Die Rettungsmission ging „wider Erwarten“ in die Hose und der Rettungstrupp fand eine Falle der Chigs vor, die schemenhaft im Hintergrund herumballern und zur abstrakten Gefahr werden. Allerdings haben sie vorher noch einige Gemeinheiten eingeleitet, wie den verwundeten Soldaten die Schnürsenkel zusammen- oder eine Mine auf die Brust zu binden.
In der Gegenwart erfährt West nun, dass das komplette 58te auf der Mission getötet wurde, man hat sogar ihre Leichen gefunden. Und wir kaufen das als erfahrene TV-Gucker keinen Augenblick. Übrigens genauso wenig wie West und das Trotz der Minisdisk-Aufnahme seines eigenen Funkspruches. Man *könnte* jetzt TC McQueen darüber philosophieren lassen, dass er nach den „Angry Angels“ nun seine nächste Truppe verloren hat, aber das wird in einem Nebensatz abgehandelt, denn schließlich pusten sich die Särge ja nicht alleine ins All und der Bordpfarrer darf seine erste von zwei Beerdigungen in einer Folge durchführen. Vermutlich wird man als Militärpfarrer eher selten Hochzeitspaare trauen. West traut dem Braten allerdings kein Stück und beharrt darauf, dass seine Kamerad:innen noch leben und darauf warten, dass das nächste Rettungsteam losgeschickt wird um das Team zu retten, das geschickt wurde, um das Rettungsteam zu retten.

Der gute West-Darsteller-Darsteller kommt an die Grenzen seiner schauspielerischen Fähigkeiten

Die professionelle Diagnose des Bordmetzgers…äh..Arztes lautet: „Der hat nen Knall“ und während wir uns gerade fragen, ob es nicht auch sinnvoll wäre, jemanden, der ein Massaker überlebt und (vermeintlich) alle seine Freunde verloren hat, auch mal eine psychologische Betreuung zur Seite zu stellen, hat Doktor Unsensibel auch schon die Lösung: Lobotomie! Wir erfahren (auch wieder in ein paar Nebensätzen) im Brustton der Überheblichkeit, dass die Medizin im Jahr 2063 ja inzwischen deutlich weiter ist, als im primitiven ausgehenden 20. Jahrhundert und alle psychischen Probleme einfach weggeschnibbelt werden können. Die Krankenkasse freuts, weil keine jahrelangen kostenaufwendigen Behandlungen. Ein Schipp, und weg ist die Depression. Na gut, ist eben mit ein bißchen Gedächtnisverlust und Persönlichkeitsveränderungen verbunden, aber wo gemetzelt wird, fallen Hirnwindungen. Die Entscheidung über den Eingriff trifft natürlich der unmittelbare Dienstvorgesetzte und nicht die Familie auf der Erde. Wär ja noch schöner. Im Grunde also konsequent zu Ende gedachte Gesundheitspolitik von Afdpcsu. Denn das ganze findet natürlich auch ohne Betäubung, aber unter Einsatz von Elektroschocktherapie statt. Früher ™ hätte man mit diesem ethischen Dilemma eine ganze Folge TNG gefüllt. McQueen hat mit der Hirn-OP ganz schöne Bauschmerzen und in die Knie geht es auch, denn die einzige Möglichkeit mit West zu sprechen, ist offenbar von unter dem OP-Tisch. Klingt bescheuert, sieht aber stylisch aus.

West ist sooo leicht, der schwimmt sogar in Ersatzflüssigkeit!

West ist sooo leicht, der schwimmt sogar in Ersatzflüssigkeit!

West kann im letzten Augenblick durch erwähnen seiner toten Freundin McQueen davon überzeugen, dass er die Wahrheit spricht und ein Rettungstrupp losgeschickt wird, um…ach Ihr kennt den Trick. Apropos Trick: Wir erfahren nun, dass man die Chicks ausgetrickst hat. Nämlich indem man den Leichen die eigenen Uniformen angezogen hat, weil Chiggs nämlich Namensschilder lesen. West hat sich wieder mal dämlich angestellt, ist über eine Leiche gestolpert und muss auf dienstliche Anweisung hin dort liegen bleiben (daher der Folgentitel). Was genau da der Plan war und warum er aufging und das 58te dadurch überlebt hat? Das haben wir ehrlich gesagt auch nicht verstanden, aber das ist ja auch egal, denn der Rest vom Trupp ist am Ende mit West wiedervereint und man trifft sich zur nächsten Beerdigung. Um zwischendurch noch festzustellen, dass man in den letzten drei Tagen die Betten schon für die nächsten Schießbudenfiguren vorbereitet hat.

Bringt Eure Toten raus! Wir brauchen Platz für die neuen zukünftigen Leichen.

Diese Folge hat sooo viel zwischen den Zeilen und vielleicht ist es sogar besser, dass es nicht zu Tode (höhö) diskutiert wurde, sondern die eigenen Gedanken anregt und so kommen wir ins philosophieren über die Medizin und die dystopiosche Gesellschaft im Jahr 2063.

Ein Mond, der sich lohnt – und er ist bewohnt!Ein Mond, der sich lohnt – und er ist bewohnt!

Huch(tm), da ist uns doch glatt ein Monatswechsel durchgerutscht. Dabei lag die Folge schon fertig auf Halde. Da haben wir Dich nach einem Cliffhanger ja ganz schön auf die FOLTER gespannt. Moment? Ist das nicht der Titel der heutigen Folge? So ein Zufall aber auch…

Wir erinnern uns:
Die Recken des 58ten hatten einen Chig-Bomber geklaut und sich damit nicht nur bei den mysteriösen Aliens, sondern auch bei einer sehr irdischen Techfirma Feinde gemacht. Der einzige Schuss ging gewaltig in die Hose und nun ist man auf einen Mond gestürzt. Ein Teil der Mannschaft kann sich unter widrigen Bedingungen retten und gerät unter Beschiss..äh..Beschuss, ein Teil wird gefoltert und ein weiterer Teil trifft seine Ex-Freundin wieder. Man kann darüber streiten, was die größere Folter ist.
Weil West es nicht nur hier (zeigt auf Hose) sondern auch hier (zeigt auf leere Bierflasche) hat, kann er sich schnell zusammenreimen, dass das nicht seine echte Angebetete ist, sondern irgendetwas, das geheime Informationen aus ihm heraussaugen kann. Davon kann sich Ross überzeugen, der zwar nicht mit Reiter, aber mit Trägerschiff angerückt ist, um die mutigen Mannen aus den kalten Klauen zu retten. Und der schlaue (prust) Plan von West geht auf, denn die Chig-Chiffe sagen sich: „Alles in Butter(nebel)!“ und lassen den Mond einfach mal Mond sein.
Am Ende darf West noch auf seine Verflossene schießen und sie eine verflüssigte verwandeln.

Nagelclipshow im gestohlenen RaumschiffNagelclipshow im gestohlenen Raumschiff

Leute, heute bemühen wir einen alten Klassiker: Das Trojanische Pferd! Und was läge da näher, als die Frau mit an Bord zu nehmen, die sich bereits mit Xena durch die Drehtüren von Troja gekämpft und mit Pampasgras verzierte Pferde hat brennen sehen: Unsere Podcastprinzessin Mary!

Achso: Da sind wir übrigens wieder. Hand hoch, wer nicht damit gerechnet hat, dass auf diesem Kanal hier nochmal irgendwas passieren wird! *durchzähl* Ahhh ja, FALSCH gerechnet, BÄM! Denn mit dem Trojanischen Pferd kommt auch Bumm und Bäm zurück, die volle Actionladung. Denn die USS Saratoga ist unter Beschiss äh…Beschuss! Und während der eine gen Brücke unterwegs ist und verängstigte Crewmitglieder beruhigt..äh..beschimpft, suchen die anderen noch ihre Kampfraumschiffe. Und genau in diesem Moment stellt sich auch noch heraus, dass man das Energienetz von Fachleuten aus dem failed-State Berlin hat bauen lassen und dieses stellt sich genau so stabil heraus, wie das der sogenannten „Hauptstadt“.

Dunkeltuten im Hangar

Dunkeltuten im Hangar – Hammerheads so zuverlässig wie die BVG

Glücklicherweise herrscht offenbar auch beim Angreifer Dunkelflaute, so dass man nach einiger Diskussion ein Enterkommando schicken kann. Nach dem Motto „Tritt ein, doch wirf zunächst ne Granate rein“ kann das wackere 58te schließlich den feindlichen Bomber in den Hangar ziehen. Wo natürlich sofort die fiesen Möppe von Space-TESLA ihre Griffelchen anlegen. Doch nicht mit McQueen! Denn der erkennt eine Chance auf eine Selbstmordmission, wenn er sie greifen können tutet! Also werden die bösen Kapitalisten aus dem Hangar geworfen (nicht luftschleusenseitig) und das Militär übernimmt wieder. Doch natürlich hat die böse Firma vorher noch wichtige Bauteile stibitzt, so dass wir nun in einer lustigen Montage erstmal sehen, wie Bergleute zu Astronauten ausgebildet werden. Oder so ähnlich.

Hier sieht man schon an der Inszenierung: DAT is’n fieser Möp!

Wenn ich geh dann geht nur ein Teil von mir

Bevor es zur Selbstmordmission geht, wird sich allerdings noch auf allerlei alte Traditionen besonnen und jeder darf sich nochmal die Fingernägel schneiden. Während unten bei der Mannschaft der Nagelclipser rumgeht, bekommt der Chef glücklicherweise keinen Zehennagel vom Commander, sondern ein Gitarrenplektron. Das ist schließlich fast so, als würde er selber mitfliegen.

„Ich habe Ihnen ein motivierendes Abschiedliedchen komponiert, McQueen!“ – „Das ist sehr nett, aber wäre nicht wenigstens EIN Dur-Akkord drin gewesen?“

Ähh…ja. Und tatsächlich erreicht unsere wackere Truppe in ihrem total trojanischen Raumschiff schließlich den Planeten „Cerrus“, wo nach einigem Hin und Her, Rauf und Runter, „Halt still!“ und „Lass Dich nicht abschießen“ schließlich der einzige Schuss (scheinbar) gewaltig in die Hose geht und Millionen von Chigs nicht sterben. Die Crew kann sich in eine Rettungskapsel – nunja – retten und strandet auf einem Mond. Nichtwissend, dass auch die SARATOGA inzwischen Kurs auf Chiggihausen genommen hat. Kann unsere tollkühne Crew gerettet werden? Was hat es mit den dunklen Machenschaften von Space-Musk auf sich? Wird die Serie tatsächlich besser, wie wir es seit Ewigkeiten Mary versprechen?

DAS, meine Freunde, erfahrt Ihr am ersten April. Kein Scherz!

Und bis dahin könnt Ihr Euch Mary nach Hause holen! Denn sie war in der Sendepause alles andere als untätig und hat ein neues Buch geschrieben: In „Heavens Lie“ trifft Roadtrip auf Apokalypse. Und ne Liebesgeschichte gibts kostenlos dazu! Und wenn Ihr JETZT bestellt, also bis Mitte März, dann gibts sogar noch ne persönliche Grußbotschaft! Also LOS jetzt! Bestellen, Befehl von McQueen:

HIER BESTELLEN

Es lebe das gedruckte Wort!Es lebe das gedruckte Wort!

Bevor es hier mit den 58ern auf ins nächste Abenteuer geht, brauchen wir eine kleine Verschnaufpause, um uns von den gar schrecklichen Erlebnissen des Vormonates zu erholen. Und damit ist nur zum Teil die Bandscheibe gemeint. Und so werfen wir eine Sonderfolge ein, denn als Gregor T. eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er fliegende Schweine in der niedersächsischen Flachebene vor. Kurz darauf ereilten uns Meldungen, dass die Hölle gefroren sei. Denn völlig aus der Kalten (wie passend) hatte sich nur wenige Kilometer weiter südlich ein anderer Niedersachse an seine Tastatur gesetzt und ein Buch über „Space: above and beyond“ geschrieben. Nicht nur irgendein Buch, sondern DAS Buch. Tatsächlich gibt es weltweit kein anderes Sachbuch über diese Serie. Kein Wunder, dass er beim lieben Björn (Hi, Björn!) vom in Farbe und Bunt Verlag offene Wurmlöcher einrannte und seine Idee einen Heimatverlag fand. Und Ende April war es soweit. Wir rufen:

Es lebe Space 2063!

Denn Totgesagte leben länger. Der gute Christopher war auch sofort im Boot, als wir ihn anfragten, ein wenig über die Genese und den Inhalt des Buches zu plaudern. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hielten wir nur eine Leseprobe in den digitalen Händen, inzwischen ist das Werk, also das neue Standardwerk zu Serie, auch schon in den Redationsräumen eingetrudelt:

Wenn Ihr also noch skeptisch sein solltet (wozu eigentlich gar kein Grund besteht) dann lauscht dem wirklich sehr interessanten Gespräch mit Christopher.

Und macht es wie Gregor: Kauft das Buch direkt beim Verlag!

Und darüber haben wir noch gesprochen:
Infos über die Serie im Spookyverse
Unsere Freunde vom YumYum-Podcast hatten inzwischen fast den kompletten Cast von Space zu Gast. Stellvertretend hier das Interview mit Kristen Cloke und Glen Morgan.

Blutige Angst bis auf die KnochenBlutige Angst bis auf die Knochen

Nein, das ist kein Aprilscherz, das ist tatsächlich eine neue Folge. Wir waren auf einem Höllenplaneten gefangen. Es gab mehrere Wahlen und ein größenwahnsinniger Millardär…was? Das war die ganze Zeit die Erde? IHR IDIOTEN! SEHT NUR, WAS IHR ANGERICHTET HABT! *in den Sand box*

Wo waren wir? Achja, Machen wir lieber ein bißen Eskapismus zu einem anderen Höllenplaneten, auf dem sich unsere Heldinnen und Helden ihrer größten Angst stellen müssen. Ist es die lächerlich kleine Summe, die auf der Renteninformation steht? Ist es der wieder verschobene MRT Termin wegen des kürzlichen Bandscheibenvorfalls? Nein, DAS sind Ängste mit denen sich höchstens Podcaster in der späten 40ern herumschlagen. Unsere Marines haben noch ECHTE Ängste wie…Kakerlaken, Dunkenlheit, Enge und Blut. Also eigentlich das, womit sie tagtäglich in ihrem Job konfrontiert werden. Ein Plot, der auf den berühmten Bierdeckel eines ambitionierten, aber erfolglosen Unions-Politikers passt, der DAMALS vor allem noch wegen seiner Bierdeckel bekannt war. Ach Fritze, wärste doch in der Kneipe geblieben….Und weil diese generische Story genauso kompetent ist, wie ein gewisser Sauerländer als Kanzler, hat es natürlich hinten und vorne nicht gereicht, um die Sendezeit zu füllen. Also musste die Autorin noch eine ebenso generische Rahmenhandlung mit einer Anhörung durch Ross und McQueen hinzufügen, die nicht nur ausgesprochen hölzern durch die Szene staksen, sondern auch die unsinnigsten Regieanweisungen stur umsetzen. Wie hier: „McQueen schaut versonnen aus dem Fenster“, auch wenn kein Fenster zum Herausschauen da ist:

„Tolle Aussicht! Ich wünschte, es wäre Luftpolsterfolie.“

So, dann wollen wir nochmal den Bierdeckel entstauben. *pust* Da steht: Damphouse muss sich wegen Befehlsverweigerung und Feigheit vor dem Feind verantworten. Alle Vorwürfe werden am Ende fallen gelassen, weil die 58er in einer nebeligen 20qm großen Studiokulisse..ääh..einem kriegserschütterten Höllenplaneten durch eine geheimnisvolle Psychowaffe der Chigs mit ihren Urängsten konfrontiert werden und sich gegenseitig an die Gurgel gehen.“ Fritz, Du Teufelskerl! Äh…Marylin, Du  Teufelsweib! In Rückblenden sehen wir nun, wie sich unsere 58er im Anflug auf den Planeten darüber UNTERHALTEN, was da unten so abgeht. SEHEN werden wir das nicht. Und schon vor der Landung fällt die erste Blutkonserve auf Damphouse, Wang sieht Kakerlaken und Coop darf skeptisch seinen Helm anstieren, um die Grundlagen für die späteren Phobien zu legen.

Wang sieht rot. Wenn er Kakerlaken sieht

Eindrucksvoll: Als unsere Gang auf dem Planten landet, kommen auch schon die ersten Marines angerannt und begehren Einlass. Weil der Transporter aber so gut gesichter ist, wie die Festung Europas können unsere 58er nur zugucken, wie die Leute darniedergemetzelt werden. Allerdings nicht vom Feind, sondern von einem einzigen durchgedrehten Spacemarine. Warum von den anderen niemand auf die Idee gekommen ist, statt wegzurennen sich umzudrehen und abzudrücken…keine Ahnung. Sehr passend hat der Irre Schütze auch Piloten und Triebwerk ausgeschaltet, so dass man hinausgeht, um den Lieutenant-Sergant (so richtig schlüssig ist sich die Folge nicht über den Rang des Mannes) zu umzingeln. Um dann doch im Gänsemarsch (oder wie die Schießtauben) durch die Kulisse zu stolpern. Der Marine merkt jetzt, dass er die ganze Zeit auf einer Mine stand, die vermutlich tödlich hell leuchtet, so richtig wird das nicht erklärt.

Macht Böse Mine zum bösen Spiel: Ein durchgeknallter Spacemarine

Apropos Licht: Die Deckenlampen des Studios gehen nun ebenfalls stroboskopartig an und fahren den 58ern wortwörtlich durch Bein und Mark.

„Ein Röntgenbild auf Kassenleistung. Echt Chig!“

Was nun folgt ist mehr oder weniger sinnfreies Wandeln über den „Planeten“, während man sich immer wieder #superschwellig erzählt, wovor man Angst hat: „Mir ist zu Dunkel!“, „Ich kann kein Blut sehen!“, „Helm zu eng!“, „Kakerlaken!“, „Ich hab meinen Text vergessen.“ Schlaubergerartig erarbeitet man sich auch, dass es sich bei dem Licht um eine Psychowaffe der Chiggs handeln muss, die auf die Prinzessin-Amidala-Region des Hirn einwirkt. Wie genau, ob die Wirkung mit der Zeit nachlässt und ob feste Wände schützen oder nicht, darüber gibt die Folge sehr widersprüchliche Aussagen. Und warum es überhaupt noch eine Anhörung gibt, obwohl die Sache mit der Waffe nun wirklich offensichtlich ist („Sie wollen Beweise? Fragen sie doch mal die anderen Spacemarines auf dem Planeten, die sich gegenseitig umgebracht haben. Meine Güte, die eine hält sogar noch den Kartoffelschäler in der Hand, mit dem sie den anderen erschossen hat!“) keine Ahnung. Weil die Folge sonst zu kurz gewesen wäre. Und so leiden wir mit unseren Protas, die aus dramaturgischen Gründen noch durch ein Minenfeld bis zum rettenden Transporter hüpfen müssen und sich gegenseitig ungefähr 52 Mal versichern: „DAS SIND NICHT WIIIIIR! SO SIND WIR NIIIICHT!“.

Was sollen wir sagen: Das war tatsächlich eine Psychowaffe. In Serienform. Legt man unseren Bewertungsmaßstab an, wie viele Staffeln wir uns wünschen würden, wenn jede Folge so wäre, wie diese müssten wir sagen: MAXIMAL 0,5 Staffeln. Einer modernen Serie mit 12 Folgen. Nein, Satz mit X-Ray, das war nix.

Aber darüber haben wir noch gesprochen:

Im April erscheint das Buch „Es lebe Space 2063!“ natürlich im Verlag in Farbe und buuuunt.

Die Serie hat eine winzige Sektion im Spookyverse, das sich normalerweise mit X-Akten beschäftigt.

Und unsere Freunde vom YumYum-Podcast hatten schon fast alle Beteiligten an der Serie vor Kamera und Mikro:

Chaput-machen ist kein HexenwerkChaput-machen ist kein Hexenwerk

Leute, heute wirds politisch, denn ab heute zeigt die Serie, wo die Chigs den Most holen. Und alles ist dabei: Präsidentenmord! Silikanten! Chigs! Ein doppelt doppeltes Spiel! Gehirnwscherei! Eine mächtige Firma, die ihre Fingerchen in der Politik hat! Anspielungen! Schattenvorauswerferei! Eine waschechte staffelübergreifende (hehe) Verschwörung, wie sie in einer Serie der AkteX-Macher nicht fehlen darf! Und nun haltet Eure Hosen fest, bei folgenden Worten von Skeptikerin Mary, die wir seit Monaten mit den Worten „Die Serie wird noch besser!“ vertröstet haben:

Mary:
„Ich war echt von dieser Folge doch sehr angenehm überrascht!“

Und wir mussten sie noch nicht mal gehirnwaschen dafür.

Doch beginnen wir am Anfang: Eigentlich freuen sich alle auf den Urlaub auf der Erde. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. 🙂 Wir erinnern uns doch noch alle an den Erdenpräsident, den auf der Sonne keiner kennt, oder? Der mit dem Hang zu Wetter-Wortspielen. Und nun schlägt wie der Blitz die Nachricht ein: Er wurde aus den Latschen geweht. Donnerschlag! Denn der Guteste hat keineswegs auf natürlichem Wege den Löffel abgegeben, sondern da steckte ein Blaster dahinter. Und selbiger steckte in der Hand eines InVitro, woraufhin es natürlich schon zu den ersten verbalen und körperlichen Angriffen gegenüber den Bauchnabelamnackenträgern kommt. Nachdem die Nachrichtensprecherin sich kurz zuvor noch auf die Schultern geklopft hat, wie toll die Menscheit durch den Krieg zusammengewachsen ist.

"K! Ich könnte Agent M sein!"Was ist das für eine Zukunft, in der glebe Sakkos wieder salonfähig werden?!?

„K! Ich könnte Agent M sein!“
Was ist das für eine Zukunft, in der gelbe Sakkos wieder salonfähig werden?!?

Das es mit diesen heren Worten nicht wirklich weit her ist, zeigt schon daran, dass der Vize und nun kommisarischer Chef von der Partei der nationalistischen Franzosen ins Weltparlament geschickt wurde. O lala!

Mary:
„Du weißt sofort, warum die Leute ihn gewählt haben.“
Gregor:
„Weil er Franzose ist!“

"Sind Sie eigenlich mit Shakaar oder Jeffry Combs verwandt, Sir?"Wenn Jaque de Chaput jedes Mal einen Euro bekäme, wenn er diese Frage gestellt bekommt, würde er vielleicht bereuen, mit seinem Land aus der EU ausgetreten zu sein.

„Sind Sie eigenlich mit Shakaar oder Jeffry Combs verwandt, Sir?“
Wenn Jaque de Chaput jedes Mal einen Euro bekäme, wenn er diese Frage gestellt bekommt, würde er vielleicht bereuen, mit seinem Land aus der EU ausgetreten zu sein.

Der Franz hat also die Hosen an und zeigt auch gleich mal, wo er den Schampus holt. Hat er doch 2012 eigenhändig dafür gesorgt, dass Frankreich aus der EU ausgetreten ist! Und wir bekommen auch gleich mal seine größte Herausforderung präsentiert. Frau Hayden ist eine Frau, die trotz angeborener Blindheit dank Implantat Weitsicht beweist und die Meinung vertritt, dass man durchaus auch mal mit dem Gegner reden sollte, statt außschließlich die Waffen sprechen zu lassen. Das kommt sagen wir mal unterschiedlich gut an bei unseren Protagonisten. Und obwohl sie als die gemäßigte Vernünftige präsentiert wird, werden WIR werden jedenfalls skeptisch als wir hören, dass sie früher mal ne Große Nummer bei dem mächtigen welt(raum)umspannenden Konzern AEROTECH war.

Gregor:
„Die hat mal lange für Airosmith gearbeitet! Was wusste Steven Taylor?!?“

"Lassen Sie sich bitte nicht davon beirren, dass ich aussehe, wie ein Vorta. Ich hege nur die besten Absichten."

„Lassen Sie sich bitte nicht davon beirren, dass ich aussehe, wie ein Vorta. Ich hege nur die besten Absichten.“

Weil es auf der Erde momentan nicht ganz so angenehm für hochrangige Politiker:innen ist, kommt man auf die Idee, beide auf die Saratoga zu schaffen, wo sie (vermeintlich) in Sicherheit sind. Und es kommen auch gleich zwei neue Mitglieder ins 58te. Ein offensichtlicher Unsympath und ein stiller Typ. Und nun ratet mal, wer von beiden der fiese Möpp sein wird. Das versucht auch die Führung herauszubekommen und lädt alle (beiden) inVitros an Bord zum Gesinnungstest. Während TC McQueen selbigen nach kurzer Zeit abbricht, weil er ihn (nicht ganz zu unrecht) für würdelos hält, scheint Coop ihn zu bestehen und darf weiterarbeiten, statt wie sein Chef im Knast zu landen, wo er Besuch von Hayden und ein Geschenk erhält. Das wird später nochmal wichtig!
Coop darf währenddessen den Breen/LukeSkywalker-Gedächtnistrainingshelm aufsetzen.

Coop spielt gerade Cyborg und Garfunkel auf seiner Space-X-Box

Coop spielt gerade Cyborg und Garfunkel auf seiner Space-X-Box

Inzwischen stellt sich raus: Der ruhige Aushilfsmarine spielt ein doppeltes Spiel und hat nicht nur eine BO (nein, keine Bo! eine Bombe!) an Bord eines Shuttles platziert sondern versucht auch mit Hilfe eines Blasters politische Tatsachen zu schaffen und wird durch West ins Jenseits befördert. Auftritt Coop, der beim Loyalitätstest weniger getestet als Gehirngewaschen wurde und nun als Attentöter auf Frau Hayden losgelassen wird. Glücklicherweise kann McQueen ihn durch Vorhalten des französischen Parteiabzeichens davon abhalten, den Träger eben jenes Parteiabzeichens mit Mr. Smith und Mrs Weston bekannt zu machen. Stellt sich raus: Der feine Assistent von Frau Hayden hat im Hintergrund die Strippen gezogen. Und selbige wird zur neuen Präsidentin gewählt.

Mary:
„wir fragen uns: Wer war in diesem Spiel eigentlich der oder die Gute? Das ist die Krux mit Demokratie. Die Leute haben das Recht, sich für die schlechte Wahl zu entscheiden.“

Denn wir bekommen mit: Die Gutestete weiß offensichtlich mehr über die Chiggs, als sie zugeben will. Was West ihr bei der angedachten Ordensverleihung auch gleich um die Ohren haut, wie ein bockiges Kind.

Gregor:
„Das ist einer von drei möglichen Gesichtsausdrücken von Nathan Weisser“

Zwischenzeitlich war auch noch irgendwas mit Silikanten, vermutlich, damit Shane auch ein paar Szenen hat. Ansonsten führt der kurze Auftritt der Glücksspieler irgendwie ins Nichts. Eine Nebenhandlung, die man sich hätte schenken können, denn die Haupthandlung war schon so voll gepackt genug. Und ganz nebenbei auch noch angereichert mit kurzen Dialogen, die dem Space-Universum und den handelnden Charakteren schlagartig *deutlich* mehr Tiefe verleihen. Und hey, eine Folge, in der Coop und McQueen in Mittelpunkt stehen KANN doch gar nicht schlecht sein, oder?

Mary
„Das Worldbuilding ist toll durchdacht und auf die 12“

Und so gibt es heute Einigkeit bei der Bewertung des Ganzen. 5 von 5 Staffeln würden wir der Serie geben, wenn jede Folge so wäre wie diese.

Mary:
„Wenn die nächsten Folgen so gewesen wären in dieser Qualität, dann wäre mein Herz ein wenig gebrochen am Ende der Serie.“

Gregor:
„Es ist unglaublich aktuell. Und es ist traurig, dass es so unglaublich aktuell ist.“

 

 

Auf den Butts gesetzt – alles für den A..bfallschachtAuf den Butts gesetzt – alles für den A..bfallschacht

Ahoi, Ihr Landratten! Heute hat die Schiffskantine mal so richtig für Euch aufgetischt. Es gibt Pfannkuchen. Jedenfalls in der Westdeutschen Synchro. Für alle anderen gibt es Eierkuchen oder Plinse. Bis es soweit ist, müssen wir uns allerdings noch an der Handlung festbeißen. Und dabei das ein oder andere Logik- und Schwarze Loch umschiffen.

Mary:

„Mir ist gerade erst aufgefallen, dass die eine Folge, in der ein Charakter ‚Butts‘ heißt, mit ‚Das schwarze Loch‘ übersetzt haben!“

Nach singen und Lachen ist uns erstmal allerdings weniger zumute, eher zu Kopfkratzen und Wundern. Dass der titelgebende Ray Butts bei seinem sehr geheimnisvoll inszenierten Anflug nicht gleich aus dem All geschossen wird, ist eher der Inkompetenz der Saratoga-Crew zu verdanken, als guter Schreibe. Wie ist er an den General-Türöffner-Code der Flotte gekommen? Wie konnte er im Alleingang die Sicherheits-Trupps im Hangar übertölpeln? Gut, letzters könnte durch einen neuen Sicherheitschef namens Michaelo Garibaldo erklärt werden:

An Bord entpuppt sich Ray als ziemlicher Unsympath, pflaumt erstmal alle gewaltig an und noch gewaltiger, wenn sie den Bauchnabel am Nacken tragen. Doch statt vors Kriegsgericht kommt er aus doch eher unerfindlichen Gründen zu einem Persilschein, der ihm sämtliche Befugnisse gibt, inklusive dem Kommando über das 58te, das er – nicht ganz zu Unrecht – als Schießbudenfiguren betitelt (und das in einem Paintballduell gleich mal praktisch demonstriert). Dabei sind doch dieses Mal gar keine Redshirts im äußerst variablen Team.
Der Plan klingt einfach: Wir haben zufällig genausoviele Mannen wie verlassene Hammerheads auf dem Planeten, also springen wir auf die Oberfläche, schnappen uns die Flugzeuge und hauen wieder ab. In der Realität kommt raus, dass Butts eigentlich nur sein unter die Erde bringen wollte. Weil die Chigs eben Angst vor Leichen haben, die sie selbst erzeugt hatten. Was nun genau der eigentliche damalige Auftrag war und warum die Chigs das alte Team umgebracht, aber das Bergungsteam relativ in Ruhe gelassen haben? Nun…hinter Dir! Ein schwarzes Loch!

Und aus der Corona kriechen die Bewohner. Da hat sich nämlich eine Gruppe Spezialchiggs versteckt, gut, dass Butts nun den erstaunlich spezifischen Traum seines gefallenen Kameraden verwirklichen kann: In den Ereignishorizont eines schwarzen Lochs fliegen und dabei Johnny Cash hören. Hold the line – I walked the ereignishorizont. Die letzten Momente von Butts werden also erstaunlich lange ausgekostet und uns wird klar, warum die Serie in keinem Streamer ist. Es hat Ende der 90er niemand dran gedacht, die Musiklizenzen für Streaming auszuhandeln!

"Mein Gott, es ist voller Kerle!" Das Ende von Butts wurde ein wenig vom Ende von 2001 inspierier

„Mein Gott, es ist voller Kerle!“ Das Ende von Butts wurde ein wenig vom Ende von 2001 inspierier

Und obwohl Butts eigentlich kein Feiner sondern eher ein wandelndes Trauma war, wird er (zumindest für das Ende dieser Folge, danach ist er vergessen) von 58ten in Ehre gehalten und ihm zum Gedenken wandern die Space-Plinsen nun in den Müllschlucker mit direktem Anschluss in den Weltraum.

Und was halten wir denn nun davon und wieviele Staffeln würden wir sehen wollen, wenn jede Folge der Serie so wäre wie diese Folge? Nun, da gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.

Mary:
„Hier werde ich wieder mit diesen Schießbudenfiguren konfrontiert, die die Tiefe von Toilettenpapier haben.“
2 Staffeln

Raphael:
„Die Folge kommt für mich unglaublich gut weg, auch heute noch. Natürlich darf man den Inhalt nicht sezieren.“
5 Staffeln

Gregor:
„Ich sehe tatsächlich auch die Schwachstellen“

4 Staffeln

avatar
Raphael

Meuterei der KlönkriegerMeuterei der Klönkrieger

Harr, Ihr Landratten! Holt die Holzbeine und die Augenklappen raus, heute wird gemeutert. Und man Meutern nicht ohne Euter schreiben. Aus etwas unklaren Gründen heuert das 58te in dieser Folge (ganz ohne ergänzende Redshirts mit Zielscheibe auf Brust, Rücken und Stirn) auf einem ziemlich klar als Seelenverkäufer erkennbaren alten Weltraumkahn (Kaaaaaaaaaaahhhhnnnnn!) namens MacARTHUR an. Denn wie wussten schon Cylon und Garfunkel zu berichten: MacARTHURs Kahn is frightning in the dark. Warum das Spacemilitär ein veraltetes ziviles Schiff nutzt, wo die zu transportierenden doch alle schicke Raumgleiter haben? Dazu gibt es sicherlich eine Erklärung in der Folge, doch wir haben wieder die glorreiche Situation, dass der Shownotschreiber sich weder an die Folge erinnern kann, noch bei der Aufnahme dabei war. EINMAL mit Profis! Aber warum soll es uns besser gehen als den Spacemarines?
Die haben sich häuslich eingerichtet und werden sogar beim Captain zum Essen eingeladen. Und auch der Obertank aus dem Unterdeck hat einen Platz am Kapitänstisch bzw er wird dort geduldet. Jedenfalls von den Meisten. Auftritt (Harry) Potter, der sich angesichts seines nahenden Todes bei der titelgebenden Meuterei doch besser für eine Karriere im 90er Eurodance gesucht hätte

Calling Mr Vain: Potter’s got the power! Und sagt. Max, don’t have sex witht your ex!

Apropos: Damphouse und Wang fragen sich auch im stillen Waffenkämmerlein: What is love? Wang hat eine heiße Braut im Space-Internet der 90er kennen gelernt und Damphouse ist fassungslos: Denn angesichts der Modemverbindung kann der gute Paul Jacob (ja, so heißt Wang (zumindest laut Wiki) mit Vornamen) zwar mit seiner Angebeteten chatten, bekommt ihr Antlitz allerdings nur als ASCII-Graphik zu sehen:

Damp ist dann eher bei der anderen Textpassasage von Haddaway und sagt: „Baby don’t hurt me!“ weil sie Angst davor hat, verletzt zu werden. Trotz der titelgebenden Meuterei zum Glück nur emotional.

Vanson macht auch irgendwas in dieser Folge (am Reaktor rumschrauben oder so) und Wests Aufgabe besteht eigentlich nur darin, mit West-Ausdruck auf einen Radarschirm zu starren und sich von McQueen zusammenfalten zu lassen. Ach nee, er darf noch die grandiose Idee haben, ein paar Kisten über Bord zu werfen, um den Angreifer abzuwehren.

„Der Feind hat Mikrowellenwaffen, Radarstörer, Laser und Protonentorpedos….lass uns ein paar Kisten nach ihm werfen!“

Angreifer? Ach ja: Ein schlecht gerendertes supergeheimes Chig-Schiff (dessen Spezifikationen West im Schlaf vorbeten könnte) greift den Frachter an und zwar nicht nur mit Marschflugkörpern, sondern auch mit Mikrowellen. Praktisch: Die Maiskolben im Frachtraum werden zu kostenlosem Popcorn. Allerdings bekommt es den äh…49(?) Chigs nicht so besonders, die in Frachtraum ähhh 49(?) in ihren Röhren rumhängen nicht ganz so gut. Denn um den antiquierten Reaktor neu starten zu können, braucht es eben genau die Energie, die die Tanks in in ihren Tanks am Tanken hält. Was die Tanks im Maschinenraum zum titelgebenden Meutern bringt. Hätte man ihnen und uns ganz sachlich erklärt, dass es im Rahmen einer schwierigen Abwägung die Scheißwahl zwischen 400 oder gut 100 Toten war und nicht nur ein willkürlicher Akt, weil es sowieso nur Tanks sind, hätte man sich viel Ärger ersparen können. Und zwei Tote.
Dass wir uns am Ende keine Star Trek Lösung aus dem Allerwertesten ziehen und eben doch gut 100 Leute umbringen müssen, um den Rest der Leute zu retten, das rechnen wir der Folge positiv an, so merkwürdig es klingt. Und es bietet die Gelegenheit, Material aus einer alten Akte-X-Folge wiederzuverwenden.

Am Ende eine Folge mit uuunglaublich vielen Klischees und U-Boot Gefühl, aber auch schönen Charakterszenen, die gerade McQueen und Coop deutlich mehr beleuchten.

So, wie viele Staffeln von 1-6 würden wir uns denn auf Basis dieser Folge wünschen?

Gregor:
„Ich war dann doch sehr positiv überrascht.“
4 Staffeln

Raphael:
„Tatsächlich ist die Folge deutlich besser weggekommen, als ich gedacht habe.“
4 Staffeln

Alex:
„Das ist auf jeden Fall eine Folge, die mich sehr gut unterhalten hat.“
4 Staffeln

Und um ein weiteres Klischee noch ein Stück toter zu reiten: Es wird noch besser!